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Person, die eine Vereinsarbeit verrichtet

Ich möchte Vereinsarbeit verrichten

Verein oder öffentliche Behörde

Als Verein wird betrachtet, sobald zwei oder mehr Menschen gemeinsam etwas organisieren. Sie können einen Verein mit oder ohne Unternehmensnummer gründen.

Ich vertrete einen Verein oder eine öffentliche Behörde

Was ist Vereinsarbeit?

Vereinsarbeit ist keine Freiwilligenarbeit

Freiwilligenarbeit ist frei und unterliegt keinerlei administrativen Verpflichtungen. Die Arbeit braucht nicht gemeldet zu werden und ist unbezahlt. Freiwillige können lediglich ihre Unkosten vergütet bekommen. Diese Unkosten können mit einer Pauschale von maximal 35,41 Euro pro Tag erstattet werden.

Vereinsarbeit ist hingegen sehr wohl bezahlt und es sind eine Reihe von zusätzlichen Formalitäten zu beachten.
Sie dürfen nicht im selben Zeitraum gleichzeitig als Vereinsarbeiter und als Freiwilliger für denselben Verein arbeiten, außer wenn:

  • die Arbeit, die Sie als Freiwilliger verrichten, sich deutlich von Ihrer Arbeit als Vereinsarbeiter unterscheidet und in keinem Zusammenhang mit ihr steht;
  • Sie keine Vergütung für Ihre Freiwilligenarbeit bekommen (außer einer Erstattung der tatsächlich entstandenen Kosten).

Hingegen ist es möglich, dass z. B. ein Sporttrainer das Jahr 2021 mit dem Freiwilligenstatus beginnt und später im Laufe des Jahres in einen Vereinsarbeitsvertrag mit demselben Verein wechselt.

Liste der zulässigen Tätigkeiten

Wir betrachten eine Tätigkeit für einen Verein als „Vereinsarbeit“, wenn Sie auf folgender Liste steht (aus Gründen der Leserlichkeit wird hier jeweils nur die männliche Form angegeben):

  1. Animateur, Leiter, Beobachter oder Koordinator von sportlichen Initiativen und/oder sportlichen Aktivitäten
  2. Sporttrainer, Sportlehrer, Sportcoach, Jugendsportkoordinator, Schiedsrichter, Jurymitglied, Steward, Platz- & Zeugwart, Signalgeber bei sportlichen Wettkämpfen
  3. Concierge der Sportinfrastruktur
  4. Gelegentliche und im kleinen Maßstab erfolgende Unterstützung in den Bereichen Verwaltung, Administration, Archivierung oder Übernahme von logistischer Verantwortung für Aktivitäten im Sportbereich
  5. Gelegentliche und im kleinen Maßstab erfolgende Unterstützung bei der Erstellung von Newslettern und anderen Veröffentlichungen (wie beispielsweise Webseiten) im Sportbereich
  6. Anbieter von Schulungen, Vorträgen und Präsentationen im Sportbereich
  7. Künstlerischer oder technischer Betreuer im Sektor Amateurkünste oder im künstlerischen und kulturellen Bildungssektor (gültig ab dem 08. Mai 2021)
  8. Anbieter von Kursen, Lesungen, Präsentationen und Vorstellungen zu kulturellen, künstlerischen und sozialen Themen im soziokulturellen, Sport-, Kultur-, Kunstbildungs- und Kunstsektor (gültig ab dem 08. Mai 2021)

Welche Organisationen können einen Vereinsmitarbeiter beschäftigen?

  • Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsicht
  • nichtrechtsfähige Vereine
  • öffentliche Behörden

Wie wird Vereinsarbeit geregelt?

Wenn ein Verein jemanden hinzuzieht, der in seiner Freizeit Vereinsarbeiten verrichtet, muss der Verein Folgendes tun:

  1. einen Vertrag für die Vereinsarbeit abschließen, und
  2. eine Meldung über den Onlinedienst Vereinsarbeit machen.

Den Onlinedienst, den Sie für die Meldung benötigen, finden Sie ebenfalls auf dieser Website. Meldungen von Leistungen, die vor der Verfügbarkeit des Onlinedienstes beginnen, müssen rückwirkend abgegeben werden, sobald der Onlinedienst verfügbar ist.

Vereinsarbeit und Sharing Economy

Nach der Aufhebung des Gesetzes vom 18. Juli 2018 wurde die Regelung der kollaborativen Wirtschaft (Sharing Economy), die auf dem alten im Jahre 2016 eingeführten System basiert ist, wiederhergestellt, wenn auch mit einigen geringfügigen Anpassungen. Diese neue Regelung gilt ab 1. Januar 2021.

Was sind Einkommen aus der Sharing Economy?

Die Einkommen aus der kollaborativen Wirtschaft sind die Einkünfte, die aufgrund der außerberuflichen Dienstleistungen einer natürlichen Person zugunsten einer anderen natürlichen Person über eine anerkannte Online-Plattform erzielt werden.

Wie werden diese Einkommen besteuert?

Diese Einkünfte werden zu einer Rate von 20% besteuert (gleich 10% in der Praxis, weil die festen Kosten bis zu 50% abgezogen werden können) und werden als verschiedene Einkünfte betrachtet, unter der Bedingung, dass der jährliche Höchstbetrag nicht höher als 6.390 Euro ist. Wenn Sie diesen Betrag überschreiten, werden sie als berufliche Einkommen umqualifiziert.

Um festzustellen, ob der Höchstbetrag erreicht wurde, sollen die folgenden Einkünfte berücksichtigt werden:

  • alle Einkünfte, die über die Sharing Economy erworben werden;
  • alle Einkünfte aus der Vereinsarbeit.

Seit 1. Februar 2021 wird der Berufssteuervorabzug direkt von der elektronischen Plattform einbehalten. Der Vorabzug beträgt 10,70% des Bruttobetrags der Einkünfte.